„Eigentlich sollte mein Besuch in Wales nur ein paar Monate dauern. Ich hatte mir in Cardiff in einer Anwaltskanzlei einen Praktikumsplatz gesichert und wollte mit diesem Auslandsaufenthalt mein Englisch aufbessern. Doch letztlich bot mir die Kanzlei an, mich bei der Ausbildung zur Anwältin zu unterstützen. Und der Rest ist Geschichte…“

Frau sitzt lesend im Wintergarten.
Frau liest ein Buch.
Celine ist beeindruckt von der Work-Life-Balance, die sie seit ihrem Umzug nach Wales genießt

Seit 2019 praktiziert Celine jetzt Handelsrecht und leitet die französische Abteilung der internationalen Anwaltskanzlei Capital Law. Nebenbei ist sie als Rechtsberaterin des französischen Konsulats und der französischen Botschaft in London tätig und unterstützt zudem französische Staatsbürger, die in ihrem britischen Umfeld rechtliche Hilfe benötigen. Celine ist sehr stolz auf diese Aufgabe: „In meiner Position kann ich als jemand, der die Sprache spricht und die Kultur versteht, Menschen in einer Zeit helfen, in der sie häufig verletzlich sind und sich gestresst fühlen“.

Walisisch-Französische Beziehungen

Ihre Arbeit hört jedoch nicht in der Kanzlei auf. Zusammen mit ihrem Freund Dan Langford (Gründer der Wales Week) hatte Celine vor zwei Jahren die Idee ein Walisisch-Französisches Wirtschaftsforum unter dem Namen „Le Club“ zu gründen mit dem Ziel, die Geschäftsbeziehungen zwischen den beiden Nationen zu fördern. Das Forum wurde in der Britischen Botschaft in Paris gelauncht und zählt heute 250 Mitglieder.

Arbeitsumfeld

Celine ist nach wie vor von der Work-Life-Balance beeindruckt, die sie seit ihrem Umzug über „la manche“ (den Ärmelkanal) genießt. Sie lebt ganz nach dem Motto „Work hard, play hard“. „Meine Arbeit ist anstrengend, aber dennoch faszinierend. Und mein Job erlaubt es mir immer noch, meine Kinder dreimal pro Woche von der Schule abzuholen. Mein Mann übernimmt dann die restlichen Tage. Wir haben das Glück, in Cardiff zu wohnen, mit einem großen kulturellen und sportlichen Angebot, das jeder europäischen Großstadt würdig ist. Mein Sohn spielt in der Jugendfußball-Akademie der Cardiff City Academy, worauf ich besonders stolz bin.

Burgfried mit im Vordergrund gehenden Menschen.
Gebäude mit nachts beleuchteter Schrift.
Cardiff Bay, Südwales
Cardiff: Cardiff Castle, Wales Millennium Centre und Cardiff Bay 

„Natürlich wissen wir, dass Wales nicht nur Cardiff ist. Meine Schwiegereltern haben eine Farm in Mittelwales. Alles, was man von ihrem Garten aus sehen kann, sind Berge und viel Grün – eine echte Augenweide. Das Leben dort ist einfach, aber wunderschön. Diese Mischung aus unterschiedlichen Geschwindigkeiten im Leben zu haben ist wunderbar“.

Leben wie eine Waliserin

Celine gesteht, dass es nicht leicht ist, allein ins Ausland zu gehen. Aber die Gastfreundschaft der Waliser und der warmherzige Empfang haben es ihr leicht gemacht. „Was man über die Freundlichkeit der Waliser sagt, stimmt wirklich – alle reden miteinander, grüßen sich und haben ein wirkliches Interesse aneinander. Hier in Wales gibt es wirklich noch eine richtige Nächstenliebe, die in der heutigen Welt schwer zu finden ist“.

Celine ist nach wie vor stolz Französin zu sein, könnte aber mit ihrer Wahlheimat nicht glücklicher sein. „Wenn man einmal einen Fuß nach Wales gesetzt hat, fragt man sich, warum man nicht schon viel früher hierhergekommen ist“.

Frau, die ihrer Tochter beim Malen zusieht.
Frau, die eine Tasse Tee trinkt, mit einer Küche im Hintergrund.
Celine, die hier mit ihrer Tochter spielt, könnte nicht glücklicher mit ihrer Wahlheimat Wales sein.

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